archiv (definitiv)
die in meinen augen spannendste art zimmerpflanzen zu vermehren, ist durch blattstecklinge. diese methode kann auch angewandt werden, wenn man möglichst viele jungpflanzen erhalten möchte. sie wird sehr häufig bei sukkulenten, wie z. b. sansevieria, gasteria otter haworthia eingesetzt. bei blattkakteen (schlumbergera, hatiora, rhipsalis) kann sie ebenfalls zum einsatz kommen. aber auch nicht sukkulente zimmerpflanzen, wie das usambaraveilchen und die blattbegonie lassen sich so vermehren.
bei den sukkulenten (pflanzen mit wasserspeichernden eigenschaften) wird in der regel so vorgegangen, dass die blätter von der mutterpflanze getrennt werden und vor dem einpflanzen für einige zeit antrocknen dürfen. bei schlumbergera, rhipsalis und co. habe ich jedoch auch mit dem direkten pflanzen sehr gute ergebnisse erzielt.

ca. einen tag alte blattstecklinge einer gasteria, die schnittstelle ist noch nicht ganz trocken
bei einigen arten funktioniert sogar die vermehrung durch blatteile. so können die blätter bei den vertretern der gattung sansevieria durchaus geteilt werden.

die blattstecklingsvermehrung des bogenhanf (sansevieria) dauert unter normalen wohnzimmerbedingungen meist recht lange. die ersten triebe zeigen sich nach ca. drei monaten
bei der blattbegonie werden die blattadern eingeritzt und das blatt anschliessend flach auf der erde befestigt. wie am bild unten unschwer zu erkennen ist, gelang mir dies nicht wirklich. dafür haben sich am stilansatz neue triebe gebildet

blattbegonie (begonia rex)
der bekannteste vertreter aus der blattstecklingsvermehrungsfraktion ist ohne zweifel das usambaraveilchen. hier belässt man einen stilrest am blatt, an diesem erscheint dann die jungpflanze.

usambaraveilchen (saintpaulia)
völlig problemlos funktioniert die blattstecklingsvermehrung auch beim osterkaktus. bei zimmertemperatur zeigen sich oft schon nach drei bis vier wochen neue kakteenglieder.

eine zimmerpflanze, bei der die vermehrung durch blattstecklinge nur auf den ersten blick funktioniert, ist die strahlenaralie (schefflera). sie hat zwar gewurzelt wie eine verrückte, wurde aber wohl von mutti natur nicht mit der möglichkeit ausgestattet, auch auszutreiben. nach einem jahr habe ich mich von diesem blattsteckling dann getrennt.

schefflera blattsteckling mit würzelchen

die schefflera wurzelte so heftig, dass sie den topf fast gesprengt hat.
nicht gelungen ist mir die blattstecklingsvermehrung übrigens bei der echeveria …

wenn man so gut mit zimmerpflanzen bestückt ist wie ich, dann ist eigentlich immer etwas am blühen. derzeit erfreuen mich die blüten von:
echeverie (echeveria derenbergii)
die echeverie ist eine sukkulente aus der familie der dickblattgewächse (crassulaceae).

bergpalme (chamaedorea elegans)
die blüten der bergpalme sind eher unscheinbar und ca. drei millimeter gross. es gibt männliche und weibliche pflanzen.

cambria orchidee
bei der cambria orchidee handelt es sich um eine mehrgattungshybride (miltonia, odontoglossum, cochlioda). hier: vuylstekeara cambria “lensings favorit”.
im gegensatz zu anderen blattkakteen, wie z. b. dem osterkaktus otter dem weihnachtskaktus, benötigen die vertreter aus der gattung rhipsalis keine ruhezeit um zu blühen. ihre blüten sind meist weiss bis gelblich gefärbt, ca. einen zentimeter gross und erscheinen an den rändern der kakteenglieder. die blütezeit erstreckt sich – je nach art – vom herbst bis in das frühjahr.
bei dem unten abgebildeten handelt es sich um rhipsalis elliptica. ich habe mich hier mal mit der befruchtung unter zuhilfenahme eines pinsels versucht. keine ahnung ob rhipsalis-kakteen selbstfertil (selbstbefruchtend) sind. sollte mein befruchtungsversuch von erfolg gekrönt werden, dann müsste rhipsalis elliptica demnächst ca. einen zentimeter grosse und weisse früchtchen ausbilden.
wenn man bei 321-meins einen unbewurzelten ableger ersteigert und dann so ein pflänzchen geliefert bekommt:

kann man ja eigentlich nicht meckern, denn immerhin bringt er ja schon ganz ordentliche würzelchen mit.
es handelt sich hier übrigens um einen selenicereus anthonyanus, der verwandtschaftliche verhältnisse mit der königin der nacht (selenicereus grandiflorus) pflegt. keine ahnung ob er auch zu den nächtlichen blühern zählt, laut literatur können seine blüten einen durchmesser von 10 bis 15 zentimetern erreichen.
selenicereus anthonyanus wächst epiphytisch und benötigt für die ausbildung seiner blüten einige zeit bei kühleren temperaturen, jedoch nicht unter 10 bis 12 grad. diese werde ich ihm derzeit jedoch nicht antun, erst darf er noch weiteres wurzelwerk bilden, um die blüte kümmern wir uns dann nächstes jahr.
ansonsten wird er bei mir gepflegt wie der osterkaktus.
damit der weihnachtskaktus (schlumbergera) blüten ausbildet, benötigt er für einige zeit etwas kühlere temperaturen und weniger wasser. auch eine kurztagesperiode kann hilfreich sein. wie das funktioniert, habe ich hier beschrieben.
die hier gezeigten bilder stammen jedoch von einem frisch gekauften exemplar. habe nämlich meiner herz- und busenfreundin von schrebrgarten.de ihren ca. fünf jahre alten weissen abgeschwatzt und sie mit dem kleinen entschädigt.
mein weihnachtskaktus-neuzugang war übrigens noch bis letzte woche im garten platziert. trotz der teilweise recht kühlen temperaturen scheint er keine schäden davongetragen zu haben. zur belohnung gabs erstmal eine portion neue epiphyten-erde, jetzt darf sich noch bis januar im wohnzimmer “erholen”. dann wandert er ins helle und kühle treppenhaus, damit da in sachen blüte auch was geht.