aktuell
ist man den orchideen erstmal verfallen, dann beginnt man schnell die gewohnten pfade zu verlassen und sich für unbekanntes zu interessieren. denn diese pflanzenfamilie hat um einiges mehr zu bieten, wie als nur grossblütige hybridzüchtungen.
relativ unbekannt z. b. sind die sog. juwelorchideen, die wegen ihrer apart gemusterten blätter kultiviert werden. lediglich eine art hat es hier zu etwas prominenz gebracht, denn ludisia discolor ist mittlerweile auch in bau- und gartenmärkten zu erhalten. die anderen arten und gattungen hingegen führen – teilweise ihrer lebensweise entsprechend – ein schattendasein. enstprechend schwer sind die dinger dann auch zu beschaffen …
… da lob ich mir doch mal den das ganze etwas vereinfachende eu-binnenmarkt.
um die putzigen kleinen blattgeschmückten mal etwas bekannter zu machen, habe ich ihnen deshalb eine eigene seite gewidmet: auf juwelorchideen.de gibts weitere infos zur lebensweise und kultur.
es handelt sich hierbei nicht um epiphytisch (auf bäumen) sondern um terrestrisch (in der erde) wachsende orchideen.

macodes petola

corybas picta
mit dem frauenhaarfarn (adiantum raddianum) und mir will das nicht wirklich klappen, so habe auch bereits drei dieser pflänzchen erfolgreich zu tode gepflegt. das letzte anfang 2008 …
doch heute bin ich beim ausmisten des anzuchtaquariums auf eine vermehrung der mehr wie als unerwarteten art gestossen, denn dort durfte das halbvertrocknete farnchen seine letzten tage im jänner 2008 verbringen. dabei muss er wohl ein paar sporen, also die “samen” der farne, welche in der regel an der blattunterseite befestigt sind, verloren haben. denn nachdem ich einige töpfe ausgeräumt habe, entdeckte ich diese ca. fünf zentimter grossen jungpflanzen.

sie wachsen dort auf grobem und sehr nassem kies, bei temperaturen so um die 24 grad tagsüber und 16 grad während der nacht. daran werde ich auch erstmal nichts ändern und nur beobachten wie sie sich entwickeln.
welches chaos in meinem anzuchtaquarium vorherrscht, sodass ich die frauenhaarfarn-kinderl erst nach gut einem jahr entdeckte, möchte ich an dieser stelle besser nicht beschreiben.
… zumindest aus kommerzieller sicht, denn in den bau- und gartenmärkten sind bereits die ersten knollen zu erhalten. auch wenn ich nicht weiss, wie otter wo ich das zeug noch unterbringen soll, habe ich natürlich zugeschlagen.
curcuma zedoaria

die im deutschen als safranwurz bekannte curcuma zedoaria stammt aus indien. sie mag ein luftfeuchtes, helles bis halbschattiges plätzchen.
eucomis

die gattung eucomis zählt zur familie der hyazinthengewächse (hyazinthaceae) und ist in afrika beheimatet. ihre mitglieder werden auch als schopflilien bezeichnet.
gloriosa

meine erste gloriosa, auch gloriose oder ruhmeskrone genannt, habe ich als kind aus der mülltonne gefischt. denn dort hatte sie meine mutter nach der blüte “entsorgt”. es war ihr nämlich nicht bekannt, das sie danach blätter und triebe verliert und ein ruhepäuschen einlegt.
curcuma und eucomis sind bereits eingetopft, nur mit der gloriosa gestaltet es sich etwas schwieriger, denn die “knolle” ist knapp 16 cm lang und muss waagrecht in den topf. und trotz einer ganzen rumpelkammer voller töpfe, war die passende grösse natürlich nicht dabei.
update 17.04.2010
da mich die schopflilie so fasziniert hat, habe ich dieser gattung eine eigene seite gegönnt, zu finden unter: eucomis.de.
derzeit wieder häufig zu finden, sind die zantedeschia (calla) anzuchtkomplettsets aus dem kartong. da man von den attraktiven blühern aus der familie der aronstabgewächse nie genug haben kann, wanderte das mit 2,99 € recht günstige angebot auch direkt in meinen einkaufswagen. neben einigen sukkulenten und kakteen, von denen man eigentlich auch niemals nicht genug haben kann …
das zantedeschia komplettset enthält: einen topf (mit integriertem untersetzer, sehr praktisch), erde und eine knolle. ich korrigiere: eine zwiebel (die müssen es ja schliesslich wissen, otter warum sonst wurde es so auf den kartong gedruckt .?).
die mehrsprachig abgefasste anleitung liesst sich wie folgt:

und wie sieht das ganze in der praxis aus?
die qualität der erde scheint mir auf den ersten blick ok zu sein. drückt man sie allerdiedings leicht an, dann bleibt nur noch wenig platz zur verfügung, um die knolle zwiebel darin die angegebenen 6 cm zu versenken. glücklich ist also, wer etwas blumenerde im haus hat.
was die unter “warm” verstehen, ist mir allerdiedings nicht so ganz klar. platziert habe ich den topf hell, bei +/16 grad.
die “zwiebeln” meiner anderen beiden callas schlummern derzeit übrigens noch trocken im keller und wandern sobald es frostfrei ist direkt auf den balkon.
schön finde ich es, wenn produzenten ihren produkten einfache und vor allem verständliche bedienungsanleitungen beilegen. einige hersteller von technischen artikeln befinden sich was dieses thema betrifft wohl noch in der übungsphase. wie sonst sollte ich mir erklären, warum es mir seit mehreren tagen nicht gelingen will, die neue zeitschaltuhr fürs nanoaquarium in betrieb zu nehmen. aber lassen wir das.
vorbildlich hingegen verhalten sich einige pflanzenproduzenten. denn sie weissen potenzielle käufer auch gleich auf mögliche gefahren hin.

damit auch niemand nicht in die versuchung gerät, die winzigen “stacheln” dieser opuntia zu übersehen, wurde der topf mit einem aufkleber (samt prominentem warnheis) versehen:

bei den pieksenden dingern handelt es sich übrigens nicht um stacheln, sondern um dornen (wer klugscheissert hat mehr vom leben …).
nebenbei erfahren wir auch noch, dass dieses gewächs nicht für den verzehr geeignet ist. darauf muss man wohl hinweisen, wenn man seine pflanzen im discounter vertreibt, dessen kundschaft zu 90 % aus anhängern des rtl2 nachtprogramms besteht.
das für kakteen auf die dauer eher nicht geeignete substrat, erinnert mich irgendwie an …

… pferdemist.
und ich werde mir jetzt mal wieder der zeitschaltuhr widmen, damit es endlich leuchtet im nanoaquarium …
wenn man wie moi auch bei den derzeitigen minusgraden nur mit dem radel und einem rucksack unterwegs ist, dann kann dies auf den spontanen zimmerpflanzenkauf einschränkend wirken. so wollte ich gestern beim discounter umme ecke auch erst nicht zugreifen, wie als ich da so ein paar darbende, aber derbe herabgesetzte pflänzchen entdeckte.
die lösung meines problems wurde mir dann an der schlange vor der kasse geboten. dort lagen nämlich neben den normalen plastiktüten auch diese gefrierkälteschutzverpacktüteleins. so konnte ich also doch noch zuschlagen und die pflanzen auf dem ca. viertelstündigen radweg unverfrostet nach hause bringen.
damit ich meine spontanität auch weiterhin minsugradig ausleben kann, hat dieses teil vorerst mal einen stammplatz in meinem rucksack.

schauen sie mal hier –>, da haben wir das und andere themen rund um die kaffeepflanze bereits diskutiert.
unter der bezeichnung “cambria” werden eine ganze menge orchideen verkauft, die sich in sachen pflege ähnlich sind. die einzig “echte” und wirklich “wahre” ist aber die vuylstekeara cambria “plush”, eine mehrgattungshybride aus miltonia, odontoglossum und cochlioda.
bei mir derzeit heftig am blühen ist ihre verwandte, die vuylstekeara cambria “lensings favorit”. der blütenstängel ist ca. einen meter hoch, die blüten bringen es im durchmesser auf satte neun zentimeter. sie halten vier bis sechs wochen.
[myginpage=vuylstekeara-cambria]
damit die “cambria” blüht, wirken einige wochen bei temperaturen unter 20 grad und reduzierter wasserzufuhr unterstützend.
damit hier der morbide charme des vergehenden nicht zu kurz kommt, gibts in der zukunft immer mal wieder ein paar bildchen von verblühtem. mein konterfei wäre da ja auch thematisch passend, möchte ich der öffentlichkeit jedoch ersparen.

mini alpenveilchen – mit dem entfernen von verblühtem warte ich hier immer, bis es vertrocknet ist.
also das scheinen mir ja mehr als höfliche fliegen zu sein, wenn die ihre pflanzen siezen …
… genau genommen dürfte es sich dabei wohl um trauermücken handeln, die sie mit gelbtafeln aus der drogerie und die in der erde lebenden larven mit nematoden bekämpfen können.
wenn sie nicht in massen auftreten, sind trauermücken unschädlich. bei mir tauchen die auch immer mal wieder auf, verschwinden dann aber von alleine.